Unser heimischer Wald

Ich muss zugeben, dass mein Wissen über unseren heimischen Wald ziemlich dünn ist. So richtig gelernt habe ich es in der Schule auch nicht… kann mich jedenfalls nicht dran erinnern….hüstl. Aber es hat mich schon immer irgendwie gestört.

In der Vorbereitung zur Jagdscheinprüfung manifestiert sich meine Unkenntnis nun im Fachgebiet 3 (Waldbau) ungemein. Und da ich ja derzeit den absoluten Luxus genieße einen Monat „Gardening Leave“ (aka. Freistellungsurlaub) zu haben, versuche ich diese Zeit so gut es geht zu nutzen. Somit habe ich überlegt, wie ich den Wald besser kennenlernen kann…. vor allem im Winter ist das gar nicht so leicht. Ich habe dann das Walderlebniszentrum Ehrhorn kontaktiert und der freundliche Förster war sofort bereit mir den Wald etwas näher zu erklären. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass er auch in Zukunft für die Jungjägerausbildung für die Region zuständig sein wird. Wie praktisch.

Als erstes lernte ich die Waidgerechten Baumarten, also die Baumarten, mit denen die sog. Bruchzeichen gelegt werden.

Eiche
Fichte
Erle
Kiefer
Tanne

Also Eselsbrücke: Efekt.

Wir sind dann in den Wald gefahren und haben kurz einem Rückewagen und einem sog. Harvester (krasse Maschine!) zugeguckt. Der schnippst diese riesen Bäume ab wie Streichhölzer. Faszinierend!

Dann ging es an die Bäume. Als erstes die Fichte:

Fichte:  Klar erkennbare Nadelkissen. Nadeln beidseitig gleiche Farbe.

Fichte:
Klar erkennbare Nadelkissen. Nadeln beidseitig gleiche Farbe.

Dann die Douglasie:

Douglasie: Die Nadeln haben an der Unterseite einen weißen Strick, sie sind außerdem sehr weich und das Holz riecht stark nach Zitrus, wenn man es etwas abkratzt.

Douglasie:
Die Nadeln haben an der Unterseite einen weißen Strich, sie sind außerdem sehr weich und das Holz riecht stark nach Zitrus, wenn man es etwas abkratzt.

Douglasien

Douglasien

Die Kiefer:

Die Kiefer hat lange dünne Nadeln und in einem Nadelkissen, sind immer 2 Nadeln (Kleine Eselsbrücke: Ober- & UnterKIEFER)

Die Kiefer hat lange dünne Nadeln und in einem Nadelkissen, sind immer 2 Nadeln
(Kleine Eselsbrücke: Ober- & UnterKIEFER)

 

Die Kiefer hat ein starkes Jugendwachstum. Dieses kann man an den sog. Astquirlen erkennen.

Die Kiefer hat ein starkes Jugendwachstum. Dieses kann man an den sog. Astquirlen erkennen.

Ilex:

Was für eine clevere Pflanze. Sie weiß, dass sie als "Evergreen" im Winter im Bezug auf Verbiss besonders gefährdet ist, deshalb hat sie unten auf Höhe der Äser (aka. Wildtiere wie Rehe etc.) Stacheln an den Blättern.....

Was für eine clevere Pflanze. Sie weiß, dass sie als „Evergreen“ im Winter im Bezug auf Verbiss besonders gefährdet ist, deshalb hat sie unten auf Höhe der Äser (aka. Wildtiere wie Rehe etc.) Stacheln an den Blättern…..

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… und oben nicht!

 

Hier hat wahrscheinlich Rotwild ordentlich geknabbert....

Hier hat wahrscheinlich Rotwild ordentlich geknabbert….

... und hier noch mehr.

… und hier noch mehr.

Und noch die Erle:

Der Erlenzweig zeigt jetzt im Winter schon sehr Spitze Triebe für das nächste Jahr

Der Erlenzweig zeigt jetzt im Winter schon sehr spitze Triebe für das nächste Jahr

Oft an Wasserläufen oder auf neu aufgeschütteten Böden.

Oft an Wasserläufen oder auf neu aufgeschütteten Böden.

Die Erlenzapfen

Die Erlenzapfen

 

Von unserer Tanne habe ich leider kein Foto gemacht, aber wenn man sich eine einzelne Nadel nimmt und sie gegen das Licht hält, kann man sehen, dass die Nadel oben eingeknickt ist, also nicht spitz zu läuft wie bei der Fichte. Fast so, als wären zwei Teile zusammen gesetzt. Oben ist die Nadel satt-grün und unten hat sie 2 weiße Striche und sie sind weich.

Das hat sich gelohnt! 🙂

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