Das grüne Abitur

So wir er genannt: Der Jagdschein(kurs) und ich habe gerade am Dienstag mit dem Vorbereitungskurs für das grüne Abitur begonnen. Wow! Ich möchte Jägerin werden. Das wundert schon viele. „Waas?! Als Frau?“, „Kannst du einfach so auf Bambis schießen?!“ usw. und ich glaube ich werde noch einige andere Sprüche zu hören bekommen. Aber das ist mir egal. Denn ich weiß ja, dass es was ganz anderes ist.

Als junges Mädchen wollte ich Tierärztin werden und außerdem fühle ich mich der Natur und den Tieren im allgemeinen sehr verbunden. Jetzt wo ich wieder richtiges Landei bin, kann ich es ja auch in vollen Zügen ausleben und mehr über die Tiere und die Natur um mich herum lernen. Außerdem bin ich familiär auch ziemlich prädestiniert.

Eine Flinte habe sogar auch schon. Yeah! Mein Papa legt sehr viel Wert darauf, dass die Flinte für das Schießtraining auf mich angepasst ist. Er hat es bei anderen Frauen schon erlebt, dass sie Angst vorm Schießen bekommen haben, weil es alles nicht richtig passte und während des Kurses mit 30+ Leuten auch nicht genügend Zeit war auf jeden einzelnen einzugehen.

Somit war ich letzten Donnerstag mit dem Büchsenmacher Michael Niemann (sehr zu empfehlen! Seine Internetseite ist hier) auf dem Schießstand in Garlstorf und habe mit MEINER Flinte 🙂 zum ersten Mal auf Tontauben geschossen.

Michael hat sich viel Zeit genommen und wir haben zuerst eine Tontaube auf eine Art Ständer gelegt. Dann musste ich erst mit dem unteren Lauf und dann mit dem oberen Lauf (Bockflinte, hört hört, was ich schon alles weiß!) darauf schießen und habe beide sofort getroffen! YEAH!

Dann habe ich auf eine Zielscheibe geschossen, um herauszufinden wie die Schrotgarbe streut und ob ich drüber oder drunter halten muss. Ich glaube es war beides etwas drunter… weiß ich aber nicht mehr genau.

Trap SchießenDann ging es los mit dem sog. Trap Schießen bzw. Wurfscheibenschießen. Näheres dazu hier. Wir gingen auf den mittleren Stand 3 und fingen an. Erst legte ich die Flinte an und sagte dann „Hepp“ und dann drückte Michael auf die Taste, sodass die Taube kam. Ich traf irgendwann tatsächlich eine und es fühlte sich super an. Wir wechselten dann die Stände (1-5) und Michael erklärte wie ich mich ausrichten müsste (z.b. auf Stand 5 den Körper auf 4 ausrichten, dann aber auf den mittleren Stand 3 drehen, wo die Taube kommt).

Irgendwann sollte ich dann meinen Daumen ausstrecken und auf etwas in der Entfernung zielen. Dann das linke Auge zu machen und dann nur das rechte. Er fragte, ob das Bild „verspringt“. „Ja, das tut es“. Ok dann ist dein linker Sehnerv stärker. Wir stellten dann fest, dass ich – wahrscheinlich durch die Fotografie – das linke Auge nicht vor dem Schuss zu machte und somit oft vorbei schoss. Somit konzentrierte ich mich darauf vor dem Schuss das Auge zu zumachen und siehe da. Es klappte viel öfter.

Dann übten wir auch das jagdliche Schießen. Hierbei setzt man die Flinte auf der Hüfte auf und senkt sie – wenn man für den Schuss bereit ist – ca. 20 cm unterhalb der Ideallinie (ca. Augenhöhe) ab. Dies ist das Zeichen, dass die Taube kommen kann. Dann muss man blitzschnell die Flinte anlegen, der Taube hinterher und Schuss. Das ist natürlich viel schwerer, aber hierin werden wir im Dezember dann geprüft.

Irgendwann fing meine rechte Wange an ein bisschen weh zu tun. Ich denke ich habe aufgrund meiner Zahnspange unterbewusst ein bisschen Angst die Flinte richtig an meine Wange zu drücken (was den Rückschlag hier verringern wurde). Somit habe ich öfter mal eine gewischt gekriegt. Aber alles halb so schlimm. Angst habe ich davon nicht bekommen.

Dann haben wir einen kompletten Durchlauf der Stände gemacht und ich habe leider keine Taube getroffen. Määäh! Wahrscheinlich war meine Kraft auch echt am Ende. Dann gingen wir noch ein letztes Mal auf Stand 1 und ich traf. Dann hatte ich es geschafft.

Michael lobte mich und sagte, dass ich das sehr gut gemacht hätte. Das ging natürlich runter wie Öl.

Letzten Dienstag war dann der erste Abend des Jagdscheinvorbereitungskurses und es wurde vorgestellt wie der Kurs laufen wird und was es alles kostet (buuuuh!). Heute Abend geht es weiter und ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen.

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